Die brüder grimm in kassel
Die Brüder Grimm zählen neben der documenta und dem Bergpark Wilhelmshöhe zu den zentralen Anziehungspunkten der Stadt Kassel. Generationen von Kindern sind mit den in mehr als 170 Sprachen übersetzten "Kinder- und Hausmärchen" aufgewachsen. Sie verbinden Völker und bilden den Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne.
Ihre Kasseler Zeit beschrieben die Brüder Grimm als die "arbeitsamste und vielleicht die fruchtbarste Zeit" ihres Lebens. Nicht nur die "Kinder – und Hausmärchen" wurden hier von Jacob und Wilhelm Grimm zusammengetragen, auch zahlreiche weitere Werke mit weltweiter Wirkung wie zum Beispiel die "Deutsche Grammatik" und das "Deutsche Wörterbuch" haben von Kassel aus ihren Weg und ihre weltweite Wirkung begonnen.
Zwischen 1798 und 1841 verbrachten die Brüder Grimm gut dreißig Jahre in der Stadt Kassel, wo sie schon das Lyceum Fridericianum besucht hatten. Hier arbeiteten sie als Bibliothekare, sammelten, dokumentierten und überarbeiteten rund 200 Märchen und Sagen. 1814 nahmen die Brüder Grimm gemeinsam mit der Schwester Charlotte Quartier in zweiten Stock der von Heinrich Christoph Wussow erbauten nördlichen Torwache am Beginn der Wilhelmshöher Allee. Vor dem Gebäude, heute Teil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, steht seit 1985 das Brüder Grimm-Denkmal, das die Bildhauerin Erika Maria Wiegand erschuf.
1822 zogen die Brüder ein paar Häuser weiter, in die Schöne Aussicht, ganz in die Nähe des "Palais Bellevue", das seit 1972 das Brüder Grimm-Museum beherbergt. In diesem spätbarocken Prachtbau wird in einer Dauerausstellung das Leben, Werk und Wirken von Jacob und Wilhelm Grimm präsentiert; dabei wird auch dem Schaffen ihres jüngeren Malerbruders Ludwig Emil Grimm breiterer Raum eingeräumt. Im Museum sind auch die Handexemplare der "Kinder- und Hausmärchen" mit zahlreichen eigenhändigen Ergänzungen und Notizen der Brüder Grimm zu sehen, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählen.
Die Universität Kassel, die seit vielen Jahren eine Grimm-Gastprofessur vergibt, hat jüngst mit der Einrichtung einer Stiftungs-Juniorprofessur "Werk und Wirken der Brüder Grimm" im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften ein weiteres Zeichen der Verbundenheit mit den berühmten Brüdern gesetzt.


